Nach Verletzungen und Operationen · PACE4-Phasen A bis E

Verletzung & Return to Sport

Vom ersten Befund zurück in den Wettkampf

Nach einer Verletzung stehen zwei Fragen im Raum: Was ist passiert, und wann geht es wieder? Die erste beantworten wir mit Untersuchung und Ultraschall im Haus. Die zweite beantworten wir nicht mit einem Datum, sondern mit Tests. Dazwischen liegt ein Aufbauplan, den Ärztin oder Arzt und Physiotherapie gemeinsam führen.

Sprungtest auf der Kraftmessplatte, getaptes Knie

Eckdaten

DauerErstuntersuchung 45–60 Minuten; Gesamtdauer je nach Verletzung

Kostennach Aufwand, Kostenvoranschlag nach der Erstuntersuchung; Return-to-Run-Test € 180

KostenübernahmePrivatleistung; private Zusatzversicherungen erstatten teilweise

Vorbereitungvorhandene Befunde und Bilder mitbringen, kurze Sporthose

Für wen

Frische Sportverletzung

Umgeknickt, gezerrt, verdreht: Sie wollen wissen, was verletzt ist und was Sie ab heute tun dürfen.

Nach einer Operation

Kreuzbandplastik, Meniskus, Schulterstabilisierung: Wir übernehmen Aufbau und Tests für die Rückkehr in den Sport, in Absprache mit dem Operationsteam.

Überlastungsbeschwerden

Achillessehne, Patellasehne, Schienbein, Leiste: Beschwerden, die langsam gekommen sind und nicht von selbst gehen.

Immer wieder dieselbe Stelle

Das Sprunggelenk knickt erneut, der Oberschenkel zwickt jede Saison: Wir suchen nach dem, was dahintersteckt.

Zurück zum Laufen nach der Geburt

Beckenboden, Rumpf und Belastbarkeit schrittweise aufbauen, bevor die Laufumfänge steigen.

Nachwuchs im Leistungssport

Bei Jugendlichen im Wachstum beachten wir Wachstumsfugen und Sehnenansätze, die anders belastbar sind als bei Erwachsenen.

Bei Fehlstellung, starker Schwellung, nicht belastbarem Bein oder nach einem Kopfanprall mit Bewusstlosigkeit gehört die Erstversorgung in die Notaufnahme. Im Notfall: 112.

Abklärung: erst die Diagnose, dann der Plan

Wir untersuchen Beweglichkeit, Stabilität und Kraft und schauen mit dem Ultraschall direkt auf Sehnen, Bänder, Muskeln und Gelenke, auch in Bewegung. Das Gerät steht im Behandlungsraum; das Bild sehen Sie mit uns zusammen.

Ist ein MRT oder Röntgen nötig, veranlassen wir es bei einer radiologischen Partnereinrichtung in der Umgebung und besprechen die Bilder anschließend mit Ihnen. Nicht jede Verletzung braucht ein MRT: Wir empfehlen es, wenn das Ergebnis die Behandlung verändern würde.

Am Ende der Abklärung stehen zwei Dinge schriftlich fest: die Diagnose und Ihre Belastungsgrenze. Sie wissen also, was Sie ab heute tun dürfen und was vorerst nicht.

Knie-Ultraschall, Monitor im Bild

Vier Phasen nach PACE4

Nach einer Verletzung beginnen Sie bei A. Jede Phase endet mit einem messbaren Kriterium, nicht mit einem Datum, damit Sie wissen, warum Sie weitergehen dürfen. Die Dauer ist ein Richtwert und hängt von Verletzung, Sportart und Verlauf ab.

A · Abklärung · 1–2 Termine

Untersuchung, Ultraschall im Haus, bei Bedarf MRT. Wir definieren, was Sie ab heute belasten dürfen.

Weiter, wenn die Diagnose gesichert und die Belastungsgrenze festgelegt ist.

C · Conditioning · 6–10 Wochen

Kraft und Kapazität gezielt aufbauen, mit Physiotherapie und einem Plan für zu Hause.

Weiter, wenn Alltag schmerzfrei ist und die Kraft ≥ 80 % der Gegenseite beträgt.

E · Einstieg · 2–6 Wochen

Sportspezifisch belasten: Sprung-, Richtungswechsel- und Ausdauertests.

Weiter, wenn der Limb Symmetry Index in den Sprungtests ≥ 90 % beträgt.

P · Prävention · laufend

Ein Erhaltungsprogramm und eine Kontrolle nach drei Monaten, damit es nicht wieder passiert.

Kontrolle nach 3 Monaten, danach jährlich.

Kriterien statt Kalender

Gewebe heilt nach biologischen Zeiten, aber wie belastbar ein Bein oder eine Schulter danach ist, zeigt erst ein Test. Deshalb messen wir, bevor wir freigeben:

  • Kraft im Seitenvergleich: isometrische Kraftmessung, zum Beispiel der Oberschenkel- oder Wadenmuskulatur. Ziel für das Ende von Phase C: mindestens 80 % der gesunden Seite.
  • Limb Symmetry Index (LSI): Sprungweite, Sprunghöhe und Landung auf der Kraftmessplatte, verletzte im Verhältnis zur gesunden Seite. Ziel für das Ende von Phase E: mindestens 90 %.
  • Bewegungsqualität: Wie landen Sie, wie stabil ist das Knie bei der einbeinigen Kniebeuge, wie laufen Sie?
  • Bereitschaft: Ein kurzer Fragebogen zeigt, ob Sie sich die Belastung selbst zutrauen. Angst vor einer erneuten Verletzung ist häufig und ein eigener Punkt im Plan.

Was Kriterien nicht können: Sie senken das Risiko einer erneuten Verletzung, schließen es aber nicht aus. Ein LSI kann außerdem gut aussehen, wenn auch die gesunde Seite schwächer geworden ist. Wir vergleichen deshalb, wenn vorhanden, mit Werten von vor der Verletzung und achten auf die absolute Kraft. Nach einer Kreuzbandplastik gilt zusätzlich eine Mindestzeit: Die Rückkehr in Sportarten mit Sprüngen und Richtungswechseln empfehlen wir in der Regel nicht vor neun Monaten, auch wenn die Tests früher bestanden sind.

Return-to-Run-Test

Der Test beantwortet eine Frage: Dürfen Sie wieder mit dem Laufen beginnen? Er gehört an den Übergang von Phase C zu Phase E, etwa nach Knie-, Sprunggelenk- oder Achillessehnenverletzungen, nach Knochenstressreaktionen oder vor dem Laufeinstieg nach der Geburt.

  • Voraussetzung: Gehen und Alltag sind schmerzfrei, keine relevante Schwellung.
  • Kraft: isometrische Messung von Oberschenkel und Wade im Seitenvergleich
  • Belastbarkeit: einbeiniges Wadenheben, einbeinige Kniebeuge, Hüpfen am Ort auf der Kraftmessplatte
  • Laufband: kurze Belastung im lockeren Tempo mit Videoanalyse von der Seite und von hinten
  • Schmerz: höchstens leicht (bis 2 von 10) während des Tests und am nächsten Morgen nicht stärker als vorher

Ergebnis: eine klare Aussage, ob Sie starten können, und ein Plan mit Geh-Lauf-Intervallen für die ersten Wochen. Wenn nicht, wissen Sie, welcher Wert noch fehlt.

Dauer: rund 60 Minuten · Kosten: € 180

Return-to-Run auf dem Laufband: Läufer im lockeren Tempo, Kamera auf Stativ seitlich im Anschnitt, Kinesiologie-Tape am Unterschenkel
Isometrische Kraftmessung am Knie: Patient sitzend, Physiotherapeutin fixiert den Unterschenkel, Messwert auf dem Bildschirm in Signal, getaptes Knie

Ablauf

  1. Erstuntersuchung. Gespräch, Untersuchung und Ultraschall, 45–60 Minuten.
  2. Bildgebung, falls nötig. MRT oder Röntgen über unsere radiologische Partnereinrichtung, Besprechung der Bilder bei uns.
  3. Plan und Kostenvoranschlag. Sie erhalten den Aufbauplan mit Phasen, Kriterien und voraussichtlichen Terminen schriftlich.
  4. Conditioning. Sportphysiotherapie im Haus, meist ein- bis zweimal pro Woche, dazu ein Programm für zu Hause.
  5. Zwischentests. Kraftmessung im Seitenvergleich, sobald der Plan es vorsieht; danach der Return-to-Run-Test.
  6. Return-to-Sport-Tests. Sprung- und Richtungswechseltests, LSI, sportartspezifische Belastung.
  7. Prävention. Erhaltungsprogramm und Kontrolle nach drei Monaten.

Was Sie bekommen

  • Befundbericht nach der Abklärung: Diagnose, Belastungsgrenze, was Sie tun dürfen und was vorerst nicht
  • Schriftlicher Aufbauplan nach PACE4 mit Dauer und Ausstiegskriterium jeder Phase
  • Kostenvoranschlag für den geplanten Verlauf
  • Testprotokolle mit Kraft- und Sprungwerten beider Seiten, LSI in Prozent und Verlauf über alle Termine
  • Übungsprogramm für zu Hause, mit Videos
  • Kurzbericht für Trainer oder Operationsteam, wenn Sie das möchten

Häufige Fragen

Wie schnell bekomme ich nach einer Verletzung einen Termin?

In der Regel innerhalb von fünf Werktagen. Rufen Sie bei frischen Verletzungen bitte an; wir versuchen, Sie früher einzuplanen. Notfälle gehören in die Notaufnahme.

Brauche ich ein MRT?

Nicht immer. Untersuchung und Ultraschall reichen bei vielen Verletzungen für die Diagnose. Ein MRT empfehlen wir, wenn sein Ergebnis die Behandlung verändern würde, etwa bei Verdacht auf eine Meniskus- oder Knorpelverletzung.

Ich wurde anderswo operiert. Übernehmen Sie trotzdem die Rehabilitation?

Ja. Bringen Sie den Operationsbericht und die Nachbehandlungsvorgaben mit. Wir halten uns an diese Vorgaben und stimmen uns bei Fragen mit dem Operationsteam ab.

Was passiert, wenn ich ein Kriterium nicht erreiche?

Dann bleiben Sie länger in der Phase, und wir passen den Plan an. Das ist kein Rückschritt, sondern der Grund, warum wir messen: Ein fehlender Wert zeigt, woran Sie noch arbeiten.

Muss ich bis zur Heilung ganz pausieren?

Selten. Komplette Ruhe schwächt Muskeln und Sehnen zusätzlich. Meist legen wir fest, was Sie weiter belasten dürfen, zum Beispiel Radfahren statt Laufen, und steigern von dort.

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