Für Ausdauer- und Teamsport, ab 16 Jahren

Leistungs­diagnostik

Wir bestimmen Ihre Schwellen im Stufentest auf dem Laufband oder dem Radergometer. Sie erhalten Trainingszonen in km/h, Watt und Herzfrequenz, dazu einen Bericht, den Ihr Coach lesen kann.

Radergometer mit Spiro-Maske

Eckdaten

Dauer60–90 Minuten inkl. Besprechung

Kostenab € 290 (Laktat) · € 420 (Spiro)

KostenübernahmePrivatleistung; private Zusatzversicherungen erstatten teilweise

Vorbereitung24 h kein intensives Training, 3 h vorher leichte Mahlzeit

Für wen die Leistungsdiagnostik gedacht ist

Ausdauersport

Laufen, Rad, Skitouren, Langlauf, Triathlon: Sie wollen wissen, in welchem Tempo und bei welcher Leistung Sie Grundlage und Intervalle trainieren.

Teamsport

Vor der Saison die Ausdauerbasis bestimmen und nach der Vorbereitung prüfen, ob sie gewachsen ist.

Mit Coach oder Trainingsplan

Ihr Plan arbeitet mit Zonen. Wir liefern die Werte dazu, gemessen statt aus einer Formel geschätzt.

Vor einem neuen Ziel

Erster Halbmarathon, erstes Radrennen, eine lange Hochtour: Sie wollen realistisch planen, statt zu raten.

Nach einer Pause

Nach Verletzung, Krankheit oder Geburt: Ein Test zeigt, wo Sie stehen, und schützt vor zu schnellem Wiedereinstieg.

Nachwuchs ab 16 Jahren

Für junge Sportlerinnen und Sportler im Leistungsaufbau. Unter 18 Jahren mit Einverständnis der Eltern.

Laktat-Leistungsdiagnostik

Ein Stufentest, bei dem wir nach jeder Stufe einen Tropfen Kapillarblut aus dem Ohrläppchen entnehmen. Der Laktatanalysator liefert das Ergebnis in unter einer Minute. Aus der Laktatkurve bestimmen wir die erste und die zweite Laktatschwelle (LT1, LT2) und leiten Ihre Trainingszonen ab.

  • Laufband oder Radergometer, je nach Sportart
  • Stufen von meist 3 Minuten; Startwert und Steigerung richten sich nach Ihrem Leistungsstand
  • Gut geeignet für die Trainingssteuerung und für regelmäßige Re-Tests
  • € 290

Spiroergometrie

Hier tragen Sie während des Tests eine Atemmaske. Das Gerät misst Atemzug für Atemzug, wie viel Sauerstoff Sie aufnehmen und wie viel Kohlendioxid Sie abgeben. So bestimmen wir Ihre maximale Sauerstoffaufnahme (VO₂max) und die beiden ventilatorischen Schwellen (VT1, VT2). Der Test geht bis zur Ausbelastung.

  • Ärztliches Vorgespräch und Ruhe-EKG
  • Stufentest mit Atemgasanalyse, ca. 12–15 Minuten Belastung
  • Bericht mit VO₂max, VT1, VT2 und Zonen (PDF)
  • Besprechung, 20 Minuten
  • € 420

Auf Wunsch kombinieren wir die Spiroergometrie mit Laktatmessungen. Die zusätzlichen Kosten nennen wir Ihnen vorher.

Ablauf

  1. Ankommen, Umziehen, Vorgespräch. Wir fragen nach Training, Zielen, Beschwerden und Medikamenten. Bei der Spiroergometrie schreiben wir ein Ruhe-EKG.
  2. Aufwärmen. Etwa 10 Minuten locker, damit der erste Messwert nicht vom Kaltstart verfälscht wird.
  3. Stufentest. Geschwindigkeit oder Leistung steigen in festen Stufen. Wir messen Herzfrequenz und, je nach Variante, Laktat oder Atemgase. Sie können jederzeit abbrechen.
  4. Auslaufen. Einige Minuten lockere Bewegung, danach Duschen.
  5. Auswertung und Besprechung. Wir zeigen Ihnen die Kurven, erklären die Schwellen und legen die Zonen fest.
  6. Bericht. Den vollständigen Bericht erhalten Sie als PDF, dazu auf Wunsch die Rohdaten als Tabelle für Ihren Coach.

Getestet auf rund 1.240 m

Taufers liegt auf rund 1.240 m. Der Sauerstoffanteil der Luft ist hier derselbe wie am Meer, der Luftdruck und damit der Sauerstoffpartialdruck sind aber etwas niedriger. Bei gut trainierten Ausdauersportlern kann die gemessene VO₂max deshalb um einige Prozent niedriger ausfallen als in Meereshöhe; die Schwellen verschieben sich meist weniger. Wir vermerken die Testhöhe im Bericht und berücksichtigen sie bei der Einordnung. Für Re-Tests ist das ein Vorteil: Sie finden immer unter denselben Bedingungen statt.

So lesen Sie Ihren Bericht

Eine Kurve, drei Entscheidungen.

Laktatkurve mit den Schwellen LT1 und LT2

LT1 · 12,4 km/h

Bis hier trainieren Sie die Grundlage. Ein Großteil Ihres Umfangs gehört in diesen Bereich.

LT2 · 14,5 km/h

Die Leistung, die Sie etwa eine Stunde halten können. Intervalle setzen wir knapp darum herum.

Re-Test · nach 8–12 Wochen

Verschiebt sich die Kurve nach rechts, wirkt das Training. Wenn nicht, passen wir den Plan an.

Bei der Spiroergometrie kommt eine zweite Seite dazu: der Verlauf der Sauerstoffaufnahme mit VT1 und VT2 und der Höchstwert, im Beispiel eine VO₂max von 52 ml/kg/min. VT1 liegt meist in der Nähe von LT1, VT2 in der Nähe von LT2. Beide Verfahren beschreiben dieselben Übergänge, aus zwei verschiedenen Blickwinkeln.

Was die Zahlen nicht sagen: Eine Schwelle ist ein Bereich, keine Linie auf den Zehntel genau. Tagesform, Schlaf, Hitze und die letzte Mahlzeit verschieben sie leicht. Die Zonen sind deshalb ein Rahmen für Ihr Training, den Sie mit Ihrem Körpergefühl abgleichen.

Was Sie bekommen

  • Kurven: Laktat oder Atemgase und Herzfrequenz über alle Stufen
  • Schwellen: LT1 und LT2 (Laktat) beziehungsweise VT1 und VT2 (Spiro), jeweils in km/h oder Watt, als Herzfrequenz und bei Radtests in Watt pro Kilogramm
  • VO₂max in ml/kg/min und ihre Einordnung nach Alter und Geschlecht (nur Spiroergometrie)
  • Fünf Trainingszonen in km/h oder Watt und in Herzfrequenz, als Tabelle zum Ausdrucken
  • Empfehlungen für die nächsten 8–12 Wochen: Verteilung des Umfangs, Intervallbereiche, Termin für den Re-Test
  • Testprotokoll mit Gerät, Stufenlänge, Testhöhe und Uhrzeit, damit der Re-Test vergleichbar bleibt
Sportwissenschaftler zeigt einer Athletin die Laktatkurve auf dem Tablet, beide stehend neben dem Laufband, Hände und Bildschirm im Fokus

Diagnostik von A–Z

Ausbelastung

Der Punkt, an dem Sie die Belastung trotz voller Anstrengung nicht mehr steigern können. Wir erkennen ihn an mehreren Zeichen, etwa einer nicht weiter steigenden Sauerstoffaufnahme, einem hohen RER und der Herzfrequenz.

Herzfrequenzzonen

Bereiche der Herzfrequenz, die zu Ihren gemessenen Schwellen gehören. Sie sind genauer als Formeln wie „220 minus Alter“, die im Einzelfall deutlich danebenliegen können.

Laktat

Ein Stoffwechselprodukt, das bei der Energiegewinnung aus Kohlenhydraten ständig entsteht und wieder verwertet wird. Steigt die Belastung, steigt der Laktatwert im Blut ab einem bestimmten Punkt deutlich an. Laktat ist kein Abfallstoff und nicht die Ursache für Muskelkater.

LSI

Limb Symmetry Index: Leistung des verletzten Beins im Verhältnis zum gesunden, in Prozent.

LT1

Erste Laktatschwelle: Die Belastung, bei der der Laktatwert erstmals über den Ruhebereich ansteigt. Obergrenze des lockeren Grundlagentrainings.

LT2 / Schwelle

Übergang, ab dem Laktat schneller entsteht als abgebaut wird. Basis der Trainingszonen. Die Schwelle liegt individuell verschieden; der oft zitierte Fixwert von 4 mmol/L trifft nur für einen Teil der Sportlerinnen und Sportler zu.

Re-Test

Wiederholung des Tests unter gleichen Bedingungen, meist nach 8–12 Wochen. Erst der Vergleich zeigt, ob und wie das Training wirkt.

RER

Respiratory Exchange Ratio: Verhältnis von abgegebenem Kohlendioxid zu aufgenommenem Sauerstoff. Werte um 0,8 zeigen einen hohen Fettanteil an der Energiegewinnung, Werte um 1,0 überwiegend Kohlenhydrate. Werte über 1,1 sprechen für Ausbelastung.

Stufentest

Test, bei dem Geschwindigkeit oder Leistung in festen Abständen steigen. Stufenlänge und Steigerung legen wir vorher fest und halten sie bei Re-Tests gleich.

VO₂max

Maximale Sauerstoffaufnahme pro Kilogramm und Minute, ein starker Prädiktor für Gesundheit im Alter.

VT1 / VT2

Ventilatorische Schwellen: Punkte, an denen die Atmung im Verhältnis zur Sauerstoffaufnahme sprunghaft zunimmt. VT1 entspricht ungefähr LT1, VT2 ungefähr LT2. Gemessen in der Spiroergometrie, ohne Blutentnahme.

Watt pro Kilogramm

Tretleistung geteilt durch das Körpergewicht. Macht Radfahrerinnen und Radfahrer unterschiedlicher Größe vergleichbar und ist am Berg aussagekräftiger als die Wattzahl allein.

Häufige Fragen

Laktat oder Spiroergometrie: Was brauche ich?

Für die Trainingssteuerung reicht meist die Laktat-Leistungsdiagnostik. Die Spiroergometrie lohnt sich, wenn Sie Ihre VO₂max kennen wollen, wenn Atmung oder Herz-Kreislauf eine Frage sind oder wenn Sie ohne Blutentnahme getestet werden möchten. Im Zweifel beraten wir Sie am Telefon.

Laufband oder Radergometer?

Testen Sie in der Bewegung, in der Sie trainieren. Die Schwellen auf dem Rad liegen bei derselben Person meist bei einer etwas niedrigeren Herzfrequenz als beim Laufen; Zonen lassen sich deshalb nicht einfach übertragen. Bei Skitouren und Langlauf wählen wir meist das Laufband mit Steigung.

Tut die Laktatmessung weh?

Kaum. Wir entnehmen mit einer feinen Lanzette einen Tropfen Blut aus dem Ohrläppchen. Die meisten spüren einen kurzen Stich, während der Belastung oft gar nichts.

Brauche ich vorher einen Check-up?

Wenn Sie über 35 sind und Risikofaktoren haben, wenn Sie Beschwerden beim Sport haben oder lange nicht mehr belastet haben: ja, wir empfehlen dann zuerst den Sportmedizinischen Check-up. Beide Tests gehen an die Belastungsgrenze, der Check-up prüft vorher, ob das unbedenklich ist.

Wie oft sollte ich testen?

Nach einem Trainingsblock von 8–12 Wochen, meist zwei- bis dreimal im Jahr. Häufiger bringt wenig, weil sich die Schwellen langsamer verschieben als die Tagesform.

Passt dazu