Für alle, die mehr trainieren wollen · PACE4-Phase P

Sportmedizinischer Check-up

Bevor Sie das Training steigern, prüfen wir, ob Herz, Kreislauf und Bewegungsapparat mitmachen. An einem Vormittag: ausführliches Gespräch, Untersuchung, Ruhe- und Belastungs-EKG, Lungenfunktion und Blutwerte. Danach wissen Sie, ob etwas gegen intensives Training spricht, und was Sie in den nächsten Monaten beachten sollten.

Belastungs-EKG auf dem Radergometer, Elektroden am Brustkorb, Ärztin am Monitor

Eckdaten

Dauerrund 2,5 Stunden inkl. Besprechung; Termine ab 7:30

Kosten€ 390

KostenübernahmePrivatleistung, nicht über den Südtiroler Sanitätsbetrieb abrechenbar; private Zusatzversicherungen erstatten teilweise

Vorbereitungnüchtern zur Blutentnahme, Sportkleidung und Turnschuhe, Liste Ihrer Medikamente, vorhandene Befunde

Für wen der Check-up gedacht ist

Vor einem großen Ziel

Marathon, Alpencross, eine Skitourensaison: Sie planen eine Belastung, die deutlich über Ihr bisheriges Training hinausgeht.

Wiedereinstieg nach längerer Pause

Sie haben jahrelang wenig Sport gemacht, sind über 35 und wollen wieder regelmäßig und intensiver trainieren.

Mit Risikofaktoren

Bluthochdruck, erhöhte Blutfette, Diabetes, Rauchen oder deutliches Übergewicht: Vor intensivem Training ist dann eine ärztliche Abklärung sinnvoll.

Herzerkrankungen in der Familie

Bei nahen Verwandten gab es einen plötzlichen Herztod, eine vererbte Herzerkrankung oder einen Herzinfarkt in jungen Jahren.

Jahrelang im Ausdauersport

Sie trainieren seit Langem viel und möchten wissen, wo Sie stehen. Die meisten Anpassungen des Sportlerherzens sind harmlos; einige sollte man einmal genauer ansehen.

Mit Beschwerden beim Sport

Herzstolpern, ungewohnte Atemnot oder ein Leistungsknick ohne Erklärung: Dann ist der Check-up der Anfang einer Abklärung.

Brustschmerz, Ohnmacht oder starke Atemnot während der Belastung sind ein Notfall. Rufen Sie 112 an und warten Sie nicht auf einen Termin.

Ablauf

  1. Fragebogen vorab. Mit der Terminbestätigung erhalten Sie einen kurzen Fragebogen zu Beschwerden, Vorerkrankungen, Medikamenten und Training. So bleibt im Termin mehr Zeit für das Gespräch.
  2. Blutentnahme, nüchtern. Wir beginnen mit der Blutentnahme. Danach gibt es ein kleines Frühstück, bevor die Belastung beginnt.
  3. Gespräch und Untersuchung. Anamnese einschließlich Familiengeschichte und Trainingsbiografie. Körperliche Untersuchung von Herz, Lunge und Gefäßen, Blutdruck an beiden Armen, orientierende Untersuchung des Bewegungsapparats.
  4. Ruhe-EKG und Lungenfunktion. EKG mit 12 Ableitungen, beurteilt nach den Kriterien für Sportlerinnen und Sportler. Lungenfunktionstest (Spirometrie).
  5. Belastungs-EKG auf dem Radergometer. Die Leistung steigt stufenweise, bis Sie ausbelastet sind oder ein ärztliches Abbruchkriterium erreicht ist. EKG und Blutdruck werden durchgehend aufgezeichnet, eine Ärztin oder ein Arzt ist die ganze Zeit im Raum. Reine Belastungszeit etwa 10–15 Minuten.
  6. Herzultraschall, optional. Wenn EKG, Untersuchung oder Familiengeschichte es nahelegen, schallen wir das Herz im Anschluss oder in einem zweiten Termin. Auf Wunsch ist die Untersuchung auch ohne besonderen Anlass möglich. Die zusätzlichen Kosten nennen wir Ihnen vorher.
  7. Besprechung. Wir gehen die Ergebnisse gemeinsam durch und beantworten Ihre Fragen. Die Blutwerte analysiert unser Partnerlabor; sie folgen mit dem schriftlichen Bericht nach wenigen Werktagen. Ist ein Wert auffällig, rufen wir Sie an.
Blutentnahme am Unterarm, nüchtern am Morgen, Probenröhrchen im Ständer, Kalkwand, ruhiges Seitenlicht

Was Sie bekommen

Einen schriftlichen Bericht (PDF), den Sie auch Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt geben können:

  • Zusammenfassung auf einer Seite mit einer von drei Einschätzungen: keine Einwände gegen intensives Training · Training mit Einschränkungen · weitere Abklärung empfohlen
  • EKG-Befunde in Ruhe und unter Belastung, mit Beurteilung
  • Blutdruck- und Herzfrequenzverhalten unter Belastung, maximale Leistung in Watt und Watt pro Kilogramm
  • Lungenfunktion mit Einordnung
  • Blutwerte mit Referenzbereichen und einer kurzen Erklärung: Blutbild, Ferritin, HbA1c, Blutfette, Nieren-, Leber- und Schilddrüsenwerte
  • Empfehlungen für Training, Kontrollen und, falls nötig, weitere Untersuchungen

Das Belastungs-EKG liefert grobe Herzfrequenzbereiche, aber keine Trainingsschwellen. Wer nach Zonen trainieren will, ergänzt eine Leistungsdiagnostik.

Was der Check-up nicht kann: Er findet viele Ursachen, die gegen intensive Belastung sprechen, aber nicht alle. Ein unauffälliges Belastungs-EKG schließt zum Beispiel nicht jede Herzerkrankung aus. Neue Beschwerden sollten Sie deshalb auch nach einem guten Ergebnis abklären lassen.

Sportärztliche Tauglichkeitsuntersuchung für den Wettkampfsport

Wer in Italien an Wettkämpfen eines Sportverbands oder einer anerkannten Sportförderorganisation teilnimmt, braucht eine sportärztliche Tauglichkeitsbescheinigung für den Wettkampfsport (certificato di idoneità agonistica). Umfang und Gültigkeit sind gesetzlich geregelt und hängen von Sportart und Alter ab. In der Regel gehören eine ärztliche Untersuchung, Ruhe- und Belastungs-EKG, ein Lungenfunktionstest und eine Urinuntersuchung dazu; die Bescheinigung gilt je nach Sportart meist ein Jahr.

Die Tauglichkeitsuntersuchung ist ein eigener Termintyp. Sie ist nicht Teil des Check-ups, und der Check-up ersetzt sie nicht. Ob wir die Bescheinigung für Ihre Sportart ausstellen können, klären wir auf Anfrage. Auskunft zu Zuständigkeit und Kosten gibt auch der Dienst für Sportmedizin des Südtiroler Sanitätsbetriebs.

Häufige Fragen

Brauche ich eine Überweisung?

Nein. Der Check-up ist eine Privatleistung, Sie können den Termin direkt vereinbaren. Für Ihre Zusatzversicherung erhalten Sie eine ausführliche Rechnung.

Ich bin nicht sportlich. Ist der Belastungstest zu anstrengend für mich?

Nein. Die Stufen richten sich nach Ihrem Leistungsstand, und Sie können jederzeit aufhören. Ziel ist, dass Sie sich richtig anstrengen, damit das EKG aussagekräftig ist, nicht ein bestimmter Wert.

Muss ich meine Medikamente vorher absetzen?

In der Regel nicht. Nehmen Sie Ihre Medikamente wie gewohnt und bringen Sie eine Liste mit. Manche Mittel, etwa Betablocker, verändern die Herzfrequenz unter Belastung; das berücksichtigen wir. Wenn Sie Medikamente gegen Diabetes nehmen, sprechen Sie das Nüchternbleiben bitte vorher mit uns ab.

Was passiert, wenn etwas auffällig ist?

Wir besprechen den Befund mit Ihnen und klären ihn, wenn möglich, im Haus weiter ab, etwa mit einem Herzultraschall. Braucht es weitere Untersuchungen, zum Beispiel in der Kardiologie, schreiben wir Ihnen eine Empfehlung und informieren auf Ihren Wunsch Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt.

Wie oft sollte ich den Check-up wiederholen?

Für ein festes Intervall ist die Datenlage dünn. Ohne Beschwerden und Risikofaktoren halten wir einen Abstand von zwei bis drei Jahren für vernünftig, bei Risikofaktoren oder ab etwa 50 Jahren eher jährlich. Neue Beschwerden sind immer ein Grund, früher zu kommen.

Passt dazu

Von jedem Check-up geht € 1 an die Stiftung Kinder in Bewegung Vinschgau. Mehr zum Bewegungseuro →